Vo Vietnam Bern | Schule
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Geschichte des Võ
Meister Nguyên Duc Môc ist 1913 in Nordvietnam in der Gemeinde Thôn Bô Son, Provinz Bac Ninh, heute Ha Bac, unter einem  Strohhüttendach auf einer Hügelkette namens Son Hoan Long (zu Deutsch „Der Berg des wiedergebrachten Drachens“), geboren.

 

In diesen Hügeln leben die Familien von Landwirtschaft und Viehzucht. Das Gemüse wird auf dem Markt eines etwa 30 Kilometer entfernten Dorfes verkauft, das Obst gleich an Ort und Stelle.

 

Bereits 1919, im Alter von sechs Jahren, wird er von seinem Vater im Võ unterrichtet; dann bringt ihn sein Onkel mütterlicherseits nach Quang Nguyên,weiter im Norden, um ihn das „Võ Thuât Gia Truyên“ (Kampfkunst aus der Familientradition stammend) und das „Võ Nghe“ (militärische Kunst, Strategielehre) zu lehren. 1929, im Alter von 16 Jahren, wird er Schüler eines Meisters namens Hoang Hao Ba aus dem südchinesischen Kloster Ma Duong Cuong. Dieser Meister war ein fahrender Händler, der Heilkräutern verkaufte, die er selber produzierte. Er hatte dadurch Aufsehen erregt, dass er alleine ungefähr 50 angreifende Plünderer besiegt hatte, welche in die Region eingefallen waren.

 

Meister Nguyên Duc Môc

Auf Bitte der Eltern nimmt er den jungen Nguyên Duc Môc und seinen Bruder Nguyên Duc Chi, der später an einer Vergiftung sterben sollte, unter seine Fittiche. Er lehrt sie das „Võ Cong Bi Truyên“, die geheimen Kampfkunsttechniken seiner Schule. Die Schüler studieren die Kampfkunst mit ihrem Meister zumeist im Wald,wo sie auch lernen, die Heilkräuter zu erkennen, insbesondere solche, die dazu dienen Wunden zu heilen. Trainieren tun sie versteckt im Schutz einer Grotte namens „Drachenauge“. Diese liegt inmitten des Hügellandes. Die Jugend und das Leben von Meister Nguyên Duc Môc sind durch Ereignisse geprägt, die es ihm ermöglichen, die Kampfkunst in der Praxis zu begreifen. Während seiner Jugend und auch später, hat er zahlreiche Male die Gelegenheit, die Anwendung der Theorie in Zweikämpfen zu erproben.

 

Nguyên Duc Môc studiert mit seinem Meister bis 1939, als er im Alter von 26 Jahren den Befehl zur Einschiffung erhält, um in Frankreich in der kolonialen Armee zu kämpfen. Nach einiger Zeit in einem Transitlager im Mittleren Osten geht die Truppe der eingezogenen Kolonialisierten in die freien französischen Streitkräfte über und wird nach Afrika verlagert, nach Brazzaville im ehemaligen Kongo. Von dort wird sie dann wieder zurück in den Mittleren Osten nach Syrien und in den Libanon gebracht, um an der großen Gegenoffensive gegen die Truppen des Dritten Reiches teilzunehmen, die schließlich in der Landung der Alliierten in Frankreich mündet.

 

Nach der Befreiung Frankreichs wird Nguyên Duc Môc demobilisiert, sucht Arbeit im zivilen Bereich und beginnt 1947 in den Renault-Werken in Boulogne-Billancourt zu arbeiten. Oft muss er sich gegen rassistische Provokationen verteidigen. Einmal kommt es zu einem Eklat. Es folgt ein Zweikampf. Die  Effizienz  von Duc Môc beeindruckt seine Arbeitskollegen. Sie befragen ihn, in der Meinung, es handle sich um Judo, der einzigen damals bekannten Kampfkunst. Er erzählt ihnen daraufhin vom Võ-Vietnam, der Kampfkunst Vietnams. Begeistert bitten sie ihn, ihnen seine Techniken beizubringen. Der Meister willigt ein, da er meint, so sein Heimatland in Frankreich wieder populärer machen zu können. Seit dieser Zeit, das heißt seit den fünfziger Jahren, ist Võ-Vietnam in Frankreich nunmehr ein Begriff.